Rexel, Sonepar, Würth und Richter+Frenzel: Großhandelspreise direkt im Angebot
Ein erfahrener Elektriker kennt die Preise der Artikel, die er täglich verbaut, ungefähr auswendig. Aber "ungefähr" ist in der Angebotskalkulation oft nicht gut genug: Ein Materialpreis, der um zehn Prozent zu niedrig angesetzt wurde, frisst direkt die Marge. Wenn Kupferpreise steigen, Hersteller Listenpreise anpassen und Sonderkonditionen ablaufen, sind gestern noch korrekte Einkaufspreise heute schon überholt. Genau hier setzen Großhandelsintegrationen in Handwerkersoftware an: Sie verbinden den Betrieb direkt mit den Preisportalen der Lieferanten und halten die Kalkulationsgrundlage aktuell.
Welche Großhändler sind für Handwerker in Deutschland relevant?
Die wichtigsten Elektrogroßhändler in Deutschland sind Rexel, die über das Netz von Elektro-Großhandel-Geschäftsstellen deutschlandweit tätig ist, sowie Sonepar Deutschland, die neben der eigenen Marke auch die Töchter Hagemeyer und OSMO betreibt. Im Sanitär- und Heizungsbereich ist Richter+Frenzel mit rund 170 Niederlassungen einer der führenden Händler, ebenso die GC-Gruppe (Georg Clasen), die deutschlandweit über 800 Standorte betreibt. Würth ist als Direktvertrieb bekannt und deckt ein breites Sortiment von Befestigungstechnik über Elektromaterial bis hin zu Werkzeug und PSA ab. Für Dachdeckerbetriebe und Zimmerer sind spezialisierte Händler wie Braas oder Erlus relevant.
Wie funktioniert eine Großhandelsintegration technisch?
Moderne Handwerkersoftware verbindet sich über eine API-Schnittstelle mit dem Händlerportal. Der Betrieb authentifiziert sich einmalig mit seinen Zugangsdaten für das Händlerportal und gibt seine Kundennummer an. Danach kann die Software in Echtzeit oder in definierten Intervallen die kundenspezifischen Einkaufspreise abfragen, also die Preise, die dieser Betrieb aufgrund seiner Kundenkategorie, Rahmenverträge und Sonderkonditionen tatsächlich zahlt. Diese Preise werden in der internen Artikeldatenbank hinterlegt und sind damit direkt bei der Angebotserstellung verfügbar. Der Handwerker wählt einen Artikel aus dem Katalog, und das System trägt automatisch den aktuellen Einkaufspreis ein. Der Aufschlag auf den Einkaufspreis (Marge) kann fix oder als prozentualer Aufschlag konfiguriert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Listenprei und kundenspezifischem Einkaufspreis?
Für diesen Unterschied ist das Verständnis von Großhandelspreisstrukturen wichtig. Jeder Großhändler hat einen Listenpreis (LP), der als Branchenreferenz gilt. Darauf erhalten Handwerksbetriebe je nach Kundenkategorie, Umsatzvolumen und Rahmenverträgen einen Rabatt. Ein kleiner Elektrobetrieb erhält vielleicht 30 Prozent auf den Listenpreis, ein Betrieb mit Rahmenvertrag möglicherweise 45 Prozent. Wenn eine Software nur den Listenpreis kennt und der Betrieb intern einen pauschalisierten Rabatt anwendet, weicht das Ergebnis von den tatsächlichen Einkaufspreisen ab. Die direkte API-Integration liefert dagegen den tatsächlichen Einkaufspreis, der auf dem Kundenaccount des Betriebs hinterlegt ist, was eine zuverlässigere Kalkulation ermöglicht.
Welche Zeitersparnis entsteht durch die Integration?
Das manuelle Übertragen von Materialpreisen aus einem Großhandelskatalog oder einer Excel-Preisliste in ein Angebot ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch fehleranfällig. Ein mittelgroßes Installationsangebot kann zwanzig bis fünfzig Materialpositionen enthalten. Wenn für jede Position die Artikelnummer nachgeschlagen, der Preis abgelesen und eingetippt werden muss, dauert das leicht eine Stunde. Mit einer direkten Integration reduziert sich dieser Schritt auf ein Suchen und Auswählen aus dem Katalog, wobei der Preis automatisch übernommen wird. Die Fehlerquote sinkt drastisch, weil kein manuelles Abtippen mehr nötig ist. Das bedeutet nicht nur Zeitgewinn beim Erstellen, sondern auch weniger Nachkalkulationsarbeit bei der Auftragsabwicklung.
Wie schützt die Integration die Marke und die Marge?
Eine häufige Fehlerquelle bei der Angebotserstellung ist das Vergessen, den Materialeinkaufspreis mit einem ausreichenden Aufschlag zu versehen. Ein Handwerker, der beim Erstellen eines Angebots unter Zeitdruck den Einkaufspreis als Nettopreis einträgt, ohne den Aufschlag hinzuzufügen, stellt am Ende fest, dass er Material zum Einkaufspreis verkauft hat. Professionelle Software lässt Aufschlagsregeln pro Warengruppe, pro Lieferant oder pro Kunde hinterlegen. Wenn ein Elektriker für Kabelware standardmäßig 25 Prozent auf den Einkaufspreis aufschlägt, für Schaltermaterial 35 Prozent und für Leuchten 40 Prozent, können diese Regeln einmalig definiert werden und gelten dann automatisch für jedes neue Angebot.
Was ist mit Bestellauslösung und Lieferstatus?
Fortgeschrittene Integrationen gehen über die reine Preisabfrage hinaus: Sie ermöglichen auch das direkte Auslösen einer Bestellung beim Großhändler aus der Handwerkssoftware heraus, basierend auf dem genehmigten Angebot. Das Material wird dann direkt an die Baustelle oder ans Lager bestellt, ohne dass der Handwerker das Händlerportal separat öffnen muss. Zudem kann der Lieferstatus in der Handwerkssoftware verfolgt werden, was bei der Terminplanung hilft: Wenn ein Material erst in drei Wochen lieferbar ist, muss der Bauzeitplan entsprechend angepasst werden.
Wie QuotCraft die deutschen Großhändler integriert
QuotCraft bietet native Integrationen mit Rexel, Sonepar (einschließlich Hagemeyer und OSMO), Würth, Richter+Frenzel und der GC-Gruppe. Die Einrichtung erfolgt einmalig durch Eingabe der Händlerzugangsdaten im QuotCraft-Dashboard. Danach sind die kundenspezifischen Einkaufspreise direkt bei der Angebotserstellung abrufbar, mit automatisch hinterlegten Aufschlagsregeln und direkter Bestellmöglichkeit für genehmigte Aufträge. Die Integration ist Teil der kostenpflichtigen QuotCraft-Pläne und für Elektrobetriebe sowie SHK-Betriebe einer der größten Effizienzgewinne, die eine Softwareumstellung bringen kann.
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